└ Antrieb und Anspruch
GEBLA PRECISION FRAMES

Antrieb und Anspruch (Die Philosophie)

Wie kommt man dazu, heutzutage in Deutschland in Handarbeit Fahrradrahmen zu bauen? Eine berechtigte Frage, die nicht ganz einfach zu beantworten ist... Und dann wieder doch ganz einfach zu beantworten ist: Um bessere Rahmen zu bauen!

Deshalb habe ich diese Seite auch Antrieb und Anspruch genannt. Ich bin Ingenieur und Handwerker. Ich will einfach nur bessere Rahmen und damit Fahrräder bauen.

Das dies mein Antrieb ist, glaubt mir sicher jeder. Daß mein Anspruch berechtigt ist, muß ich belegen. Ich möchte das dadurch tun, indem ich die drei Slogans näher erläutere, die für GEBLA stehen:

-Engineered to perform

-Designed to fit

-Handmade to order

Engineered to perform

Viele GEBLA Rahmen sind hinterradgefedert. Das stellt besondere Herausforderungen an die Konstruktion. Es muß ja nicht nur die Federung optimal ausgelegt werden, was Ansprechverhalten, Antriebseinflüsse usw. angeht, auch die vermeintlichen Kleinigkeiten wie Lagerungen und die völlig andere Belastung der Rahmenteile sind nicht einfach zu durchschauen und zu konstruieren.

Die meisten Marken/Hersteller lösen dieses Problem, indem sie es nicht lösen. In der Regel stellen sie ja selbst gar keine Rahmen her, sondern kaufen diese zu und haben auch gar keine Möglichkeit, selbst zu entwickeln. Man sieht das deutlich daran, daß bestimmte Rahmen, leicht verändert oder auch nicht, bei einer Vielzahl von Marken auftauchen. Und auch die wirklich großen Marken haben Entwicklungsteams, bei denen man die Ingenieure in der Regel an einer Hand abzählen kann. Der Grund liegt einfach in den hohen Kosten, die eine gute Entwicklung erfordert, die dann ja beim fertigen Rahmen nicht mal sichtbar ist, sondern nur auf Dauer erfahren werden kann.

Ich entwickle und baue gefederte Mountainbikerahmen seit 1992. Ich entwickle und baue gefederte Rennradrahmen seit 1995. Ich habe meine Diplomarbeit über die Computersimulation von gefederten Fahrradfahrwerken geschrieben und auf einem Niveau simuliert, das auch heute, mehr als 11 Jahre später, von den allermeisten Fahrradentwicklern nicht erreicht wird. Mitte der ´90er Jahre habe ich eigene Stoßdämpfer entwickelt und gebaut, weil es keine gab, die meinen Ansprüchen genügten. In vielen GEBLA Rahmen steckt mehr Entwicklungsarbeit als in der ganzen Produktpalette eines Modelljahres einer Marke. Ob es Sinn macht, so viel Arbeit in einen einzelnen Rahmen zu stecken? Wirtschaftlich sicherlich nicht. Aber wenn man den Anspruch hat, bessere Rahmen zu bauen, ist das einfach nötig.

Designed to fit

Jeder GEBLA Rahmen wird auf Maß entwickelt. Es gibt keine Standardgrößen.

Bei ungefederten Rahmen geht es um die gelungene Kombination von passender Sitzposition, also dem Verhältnis von Sattel, Lenker und Tretlager und dem gewünschten Fahrverhalten des Rades, also der Geometrie. Die Körpermaße des Kunden, der Einsatzzweck und der Fahrstil gehen in die Entwicklung ein. Das ist wichtig, da nur ein perfekt passendes Rad die Energie perfekt umsetzt und den Fahrspaß vermittelt, den man erwartet.

Bei Rädern mit Hinterradfederung wird es komplizierter und betrifft zusätzlich auch die Auslegung der Federung, diese ist ja Teil des Rahmens. Ich halte nichts davon, immer die gleiche Kettenstrebenlänge zu verwenden oder sogar den gesamten Hinterbau für alle Größen gleich zu gestalten. Das hat vor allem Vorteile für den Hersteller, nicht für den Kunden.

Deshalb wird auch die Federung auf Maß für den Kunden entwickelt. Die Kennlinie, Antriebseinflüsse usw. werden so ausgelegt, daß sie zur Geometrie, zum Fahrstil und zum Einsatzzweck passen. In der Regel erfordert das zum Beispiel auch, daß die Ausfallenden und Umlenkhebel einzigartig werden und nur für diesen einen Rahmen existieren. Wirtschaftlich machte es natürlich mehr Sinn, für jede Größe dieselben Ausfallenden und Umlenkhebel zu verwenden und nur die Länge der Sitzstreben zu verändern. Das ist ja das, was im Grunde jeder Hersteller macht. Aber dann muß man sich natürlich fragen, ob das dem Anspruch genügen würde, den besseren Rahmen zu bauen. Ich glaube nicht...

Nicht zuletzt gehört in dieses Kapitel auch noch der Hinterbaudämpfer. Auch bei dem ist es bei mir eher die Regel, daß dieser speziell auf den Kunden abgestimmt wird. Es macht einfach keinen Sinn, für jeden dieselbe Abstimmung der Dämpfung zu verwenden. Letztendlich muß die Dämpferabstimmung zum gefahrenen Luftdruck passen. Auch das wieder ein Baustein zum besseren Rahmen.

Selbstredend, dass zum besseren Rahmen auch ein außerordentlicher Service gehört. Gerade für gefederte Räder ist das wichtig.

Handmade to order

Jeder GEBLA Rahmen ist handgemacht auf Bestellung. Ausschließlich von mir. Es gibt weder Mitarbeiter noch Gehilfen oder Lehrlinge und erst recht keine entfernten, anonymen Zulieferer. Der Grund ist simpel: Es ist für mich die einfachste Art, sicherzustellen, daß alles, was entsteht, meinem Anspruch gerecht wird. Mein Anspruch ist dabei nicht, etwas handwerklich herzustellen, weil es so schön und so traditionsreich ist. Mein Anspruch hier sind Präzision und Qualität. Ich will den Rahmen exakt so herstellen, wie ich ihn konstruiert habe, damit er so fährt wie gewollt.

Natürlich benutze ich Maschinen, wenn es Sinn macht und die Präzision erhöht, zum Beispiel für die Gehrungen der Rohre. Und natürlich kaufe ich Kleinteile wie Zuganschläge. Und Teile wie Ausfallenden oder Umlenkhebel lasse ich nach meinen Zeichnungen fräsen. Aber alles wandert durch meine Hände und wird kontrolliert und vermessen, bevor es verbaut wird, jedes einzelne Teil.

Im Grunde ist das nicht Neues und einfach nur eine Herangehensweise in bester handwerklicher Tradition. Aber leider etwas, was selten geworden ist. Das ist nicht wehleidig gemeint. Grundsätzlich ist es sinnvoll, daß auch Fahrräder industriell hergestellt werden, so daß sich jeder ein vernünftiges Fahrrad leisten kann. Aber es ist eben fast unmöglich geworden, ein Fahrrad zu kaufen, das nicht industriell hergestellt wurde, das mehr zu bieten hat als einfach nur ein Massenprodukt Fahrrad zu sein. Dem man ansieht, mit Sachverstand, handwerklichem Können und der nötigen Zeit entstanden zu sein. Ein Fahrrad, an dem man auch in ein paar Jahren noch Freude hat. Ein Fahrrad, das altert, nicht gammelt.

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